Artikel zur Langlebigkeit

Alternatives Fasten am Tag und Kalorienrestriktion führen beim Menschen zu ähnlichen Ergebnissen

Alternatives Fasten am Tag und Kalorienrestriktion führen beim Menschen zu ähnlichen Ergebnissen

Es ist bekannt, dass Kalorienrestriktion und intermittierendes Fasten in Modellorganismen die Lebens- und Gesundheitsspanne verlängern, während ihre Auswirkungen auf Menschen weniger gut untersucht sind. In einer randomisierten, kontrollierten Studie zeigen wir, dass 4 Wochen striktes Fasten am zweiten Tag (ADF) die Indikatoren für die allgemeine Gesundheit bei gesunden Menschen mittleren Alters verbesserten und gleichzeitig eine durchschnittliche Kalorienreduktion von 37 % bewirkten. Auch nach mehr als 6 Monaten traten keine Nebenwirkungen auf.

ADF verbesserte die kardiovaskulären Marker, reduzierte die Fettmasse (insbesondere das Rumpffett), verbesserte das Fett-zu-Mager-Verhältnis und erhöhte β-Hydroxybutyrat, selbst an Tagen, an denen nicht gefastet wurde. An Fastentagen war unter anderem die Anti-Aging-Aminosäure Methionin periodisch erschöpft, während die mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhöht waren. Wir fanden reduzierte Werte von sICAM-1 (einem altersassoziierten Entzündungsmarker), Low-Density-Lipoprotein und dem Stoffwechselregulator Trijodthyronin nach Langzeit-ADF. Diese Ergebnisse geben Aufschluss über die physiologische Wirkung von ADF und unterstützen seine Sicherheit. ADF könnte schließlich zu einer klinisch relevanten Intervention werden.

Studie veröffentlicht in Cell Metabolism 2019, 30 (3); S. 462-476.

Ist das Fasten am zweiten Tag also nur eine Kalorieneinschränkung? In Tierversuchen gibt es signifikante Unterschiede in den Genexpressionsprofilen zwischen diesen beiden Ansätzen, was für den Verdacht ausreicht, dass es sich beim Fasten und Füttern im Vergleich zu einer konstant niedrigen Kalorienaufnahme möglicherweise um zwei verschiedene Verhaltensweisen handelt. Die Auswirkungen auf den Stoffwechsel sind in beiden Fällen weitreichend, was die Analyse schwierig macht, aber die wichtigen Mechanismen, die Hochregulierung zellulärer Stressreaktionssysteme wie der Autophagie, scheinen dieselben zu sein. Neuere Forschungen zu Fasten-ähnlichen Diäten haben versucht, den Punkt zu finden, ab dem eine geringe Kalorienaufnahme Vorteile auslöst, und zu quantifizieren, wie lange die kalorienarme Diät durchgehalten werden muss. Die dortigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich nach drei bis vier Tagen zusätzliche Vorteile im Sinne einer Abtötung von Immunzellen ergeben. Diese Arbeit legt auch nahe, dass der Prozess der erneuten Nahrungsaufnahme nach dem Fasten notwendig ist, um den vollen Nutzen zu erzielen.

Artikel und Kommentar erstmals veröffentlicht am FightAging.org



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