Artikel zur Langlebigkeit

Der Gehirndruck steuert den Augendruck und spielt beim Glaukom eine Rolle

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  • Der Druckunterschied zwischen Auge und Gehirn erhöht die Belastung des Sehnervs, was zu Glaukom, Sehverlust und Blindheit führt.

  • In Tiermodellen verursachte ein veränderter Gehirndruck Veränderungen in der Fähigkeit des Auges, Flüssigkeiten abzuleiten, was zu einem erhöhten Augendruck führte.

  • Bestimmte Chemikalien können Rückkopplungssignale vom Gehirn unterdrücken und die Fähigkeit des Auges, Flüssigkeit abzuleiten, verändern.

Dieser Artikel wurde im Newsroom der University of South Florida veröffentlicht:

Forscher der University of South Florida (USF) haben einen neuartigen Rückkopplungsweg vom Gehirn zum Auge entdeckt, der den Augendruck moduliert – ein bedeutender Fortschritt bei den Bemühungen, Glaukom zu diagnostizieren und zu behandeln. Das Glaukom geht mit einem erhöhten Augeninnendruck einher, da das Auge nicht mehr in der Lage ist, den Flüssigkeitsabfluss aufrechtzuerhalten. Der erhöhte Druck übt eine mechanische Belastung auf den Sehnerv aus, wenn dieser das Auge verlässt, was zu Sehverlust und möglicherweise Blindheit führt.

Es gibt seit langem die Hypothese, dass der Hirndruck auch beim Glaukom eine Rolle spielen könnte, da das Ausmaß der Belastung des Sehnervs nicht nur vom Augendruck, sondern auch vom Druckunterschied zwischen Auge und Gehirn abhängt. Die im Journal of Physiology veröffentlichte bahnbrechende Studie zeigt erstmals, dass Augen- und Gehirndruck physiologisch miteinander verbunden sind. Zu diesem Schluss kamen die Neurowissenschaftler, indem sie den Gehirndruck in Tiermodellen veränderten und Veränderungen in den Flüssigkeitsableitungseigenschaften des Auges feststellten, die durch Chemikalien blockiert werden könnten, die Rückkopplungssignale vom Gehirn eliminieren. Interessanterweise veränderte sich die Fähigkeit des Auges, Flüssigkeit auszuscheiden, und zwar so, dass ein gesunder Druckunterschied über dem Sehnerv wiederhergestellt wurde.

„Das Drainagekontrollsystem kann dazu dienen, den Sehnerv vor Schwankungen des Augen- oder Gehirndrucks zu schützen“, sagte Chris Passaglia, PhD, Professor an der USF-Abteilung für Medizintechnik. „Seine Entdeckung bietet ein neues Ziel für die Glaukombehandlung, wobei die Modulationsmechanismen des Systems genutzt werden könnten, um den Augendruck zu senken und das Fortschreiten der Krankheit bei Glaukompatienten zu verhindern.“

Das Glaukom ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen über 60 Jahren. Da die Symptome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auftreten, überprüfen Augenärzte bei Routineuntersuchungen den Augendruck der Patienten, indem sie einen „Luftstoßtest“ durchführen. Passaglia sagt jedoch, dass es komplexere Aspekte der Krankheit gibt, die die Diagnose zu einer Herausforderung machen. Einige Patienten zeigen Symptome eines Glaukoms, haben aber einen normalen Augendruck. Während andere mit hohem Augendruck nicht immer Anzeichen der Erkrankung zeigen.

Forscher versuchen nun, den Ort der Gehirnzellen zu bestimmen, die Signale an das Auge senden, und herauszufinden, welche Nervenfasern im Auge vom Gehirn vermittelt werden. Dies wird Ärzten helfen, Glaukom besser zu diagnostizieren und besser zu verstehen, was seine Entstehung verursacht.

Die Studie wurde veröffentlicht in Zeitschrift für Physiologie im November 2019.



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